Nulleinspeisung für Unternehmen

Das Wichtigste kurz zusammengefasst
- Bei der Nulleinspeisung wird das Einspeisen von Energie ins öffentliche Netz vom System unterbunden.
- Die Nulleinspeisung ist eine Möglichkeit für Unternehmen, Verluste durch negative Strompreise an Feiertagen oder Wochenenden zu vermeiden.
- Ein Commercial Energy Management System ermöglicht einen erhöhten Eigenverbrauch, der vor dem Hintergrund dynamischer Tarife und Nulleinspeisung von großer Bedeutung ist.
- Ein EZA-Regler übernimmt die Steuerung am Netzanschlusspunkt und reguliert die Einspeisung von Energie ins öffentliche Netz.
Nulleinspeisung für Unternehmen: dank CEMS und EZA-Regler den Eigenverbrauch erhöhen und profitieren
Energiekosten senken: Das ist eines der zentralen Ziele, das Unternehmen mit dem Aufbau einer PV-Anlage verfolgen. Kostenersparnisse ergeben sich aus dem größtmöglichen Eigenverbrauch und Vergütungen für das Einspeisen von Überschüssen in Netz. Um netzdienliches Verhalten zu fördern, hat der Gesetzgeber mit der Verpflichtung für Energieversorger, dynamischen Tarife anzubieten, weitere Einsparmöglichkeiten geschaffen. In Zeiten geringen Energiebedarfs und gleichzeitiger hoher Erzeugung – etwa an Feiertagen – kann sich dies jedoch umkehren und sogar zusätzliche Kosten verursachen. Wie kommt das und wie können sich Unternehmen mithilfe von CEMS und EZA-Regler dagegen wappnen?
In den meisten Unternehmen ist die Situation ähnlich: Die Bürogebäude und Werkshallen sind tagsüber bevölkert, doch am Abend, nachts oder am frühen Morgen sind kaum Mitarbeitende vor Ort. Entsprechend verteilt sich der Energiebedarf der Unternehmen, der während der Arbeitszeit am höchsten ist. Mit Blick auf eine PV-Anlage eine optimale Situation, denn damit wird die Energie dann genutzt, wenn sie erzeugt wird. Hiermit werden deutliche Kostenersparnisse erzielt, muss doch weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.

Dynamische Tarife ermöglichen Ersparnisse
Zu weiteren Kostenersparnissen führen dynamische Tarife, die EVUs verpflichtend anbieten müssen. Dabei orientiert sich der Strompreis am Börsenpreis. Ein wichtiger Faktor, der die Preisentwicklung an der europäischen Strombörse EPEX SPOT beeinflusst, ist der Day-Ahead-Markt. Hier werden Angebot und Nachfrage berücksichtigt, die am Folgetag zu erwarten sind, und ein stundengenauer Preis ermittelt. EVUs kaufen also die Menge ein, die sie am nächsten Tag benötigen und veräußern den Strom je nach Nachfrage im Tagesverlauf günstiger oder teurer.
Da das Angebot tagsüber deutlich größer ist, sind die Preise beispielsweise um die Mittagszeit besonders günstig. Bezieht also ein Unternehmen dann zusätzlichen Strom aus dem Netz, passiert dies aufgrund der Tageszeit meist zu geringen Preisen. Wenn hingegen die Frequenz im Netz abnimmt und die Preise steigen, sinkt der Bedarf eines Unternehmens.

Wochenenden und Feiertage im Blick
Diese Rechnung mit positivem Ergebnis lässt jedoch Wochenenden und Feiertage außer Acht, an denen der Energiebedarf deutlich niedriger ist. Entsprechend entsteht viel Überschuss, der in der Regel ins öffentliche Netz eingespeist wird. Und genau hier können dynamische Tarife zum Verhängnis werden. Denn an Tagen mit schönem Wetter werden große Mengen an Energie ins Netz eingespeist, das ohnehin bereits eine hohe Frequenz hat. Gemäß dynamischen Tarifen sinkt der Preis für Strombezug damit in den negativen Bereich. Anders ausgedrückt: Wer in diesen Zeitfenstern Strom einspeist, erhält keine Vergütung, sondern muss dafür zahlen.
Ein Beispiel für diese Situation ist der 1. Mai 2026. Hier war die Sonneneinstrahlung und damit die PV-Produktion so hoch, dass der Day-Ahead-Preis im Durchschnitt negativ war und bei -0,21 Cent lag. Zwischen 8:45 Uhr und 17:30 Uhr, also über knapp neun Stunden hinweg, musste jegliche Energie, die ins Netz eingespeist wurde, bezahlt werden. Seinen Höhepunkt erreichte dies zwischen 13:15 Uhr und 14:15 Uhr, als pro kWh 50 Cent fällig wurden. Eine echte Kostenfalle.
Nulleinspeisung mit EZA-Regler und CEMS minimiert Verluste
Doch was bedeutet dies nun für Unternehmen? Sollten sie auf die Vorteile dynamischer Tarife oder gar auf eine PV-Anlage verzichten? Keinesfalls. Denn mit der letzten Novelle des EnWG 2025 ist eine Möglichkeit hinzugekommen, die Unternehmen vor dieser Kostenfalle schützen kann: die Nulleinspeisung. Dabei wird das Einspeisen von Energie ins Netz grundsätzlich vom System unterbunden. Dafür sorgt ein EZA-Regler, der die Einspeisung konstant auf 0 kWh hält. Werden also Überschüsse produziert, können sie nicht zu Negativpreisen ins Netz gelangen. Damit sich dies lohnt, ist ein hoher Eigenverbrauch entscheidend. Gerade Unternehmen, die im Alltag viel Energie benötigen, können hier profitieren.
Um dies zu erreichen, ist eine effiziente Steuerung der Energieflüsse des Unternehmens erforderlich. Dafür sorgt ein Commercial Energy Management System (CEMS), das neben dem EZA-Regler implementiert wird. Es vernetzt alle Verbraucher, wie etwa Wärmepumpe oder Wallboxen, und Erzeuger, von der PV-Anlage bis hin zum Batteriespeicher. Das CEMS erfasst die Daten, erlernt jedoch auch das Verbrauchsverhalten. Damit bezieht das System die gewöhnlichen Arbeitszeiten sowie Wochenenden und Feiertage ein. Anhand dieser Kenntnisse und kombiniert mit Wettervorhersagen, steuert das System effizient die Energieflüsse. Dabei werden dynamische Tarife einbezogen.
Wird gerade viel Strom erzeugt und ist eine Wetterveränderung erwartbar, kann das CEMS die erzeugte Energie im Batteriespeicher oder dem Pufferspeicher der Wärmepumpe zwischenspeichern. Die Versorgung wird mit Energie aus dem Netz sichergestellt, die zu diesem Zeitpunkt günstig ist oder sogar einen negativen Preis hat. Später, wenn die Frequenz im Netz sinkt und der Preis steigt, kann der zuvor gespeicherte Strom genutzt werden. Ähnlich ist es mit erzeugten Strommengen am Wochenende, die zur späteren Nutzung zwischengespeichert werden. Dafür zahlt sich die Erzeugungs-, Bedarfs- und Wetterprognose für die folgenden fünf Tage aus, die dem System die Erstellungen eines langfristigen Energie-Fahrplans ermöglicht, der stetig angeglichen wird. Damit erhöhen sich Eigenstromverbrauch und Kosteneffizienz, was sich bei Nulleinspeisung besonders lohnt.
Unternehmen sollten anhand ihrer Größe und ihres Verbrauchs genau prüfen, ob sich die Nulleinspeisung rechnet. Denn ein späterer Umstieg auf einen Anschluss, der Einspeisung erlaubt, setzt das Einverständnis des Netzbetreibers voraus und benötigt eine vierjährige Ankündigungsfrist. Mithilfe eines CEMS profitieren Unternehmen jedoch umfassend.
Fazit
EZA-Regler und CEMS für kosteneffizientes Energiemanagement
Eine Kombination von PV-Anlage und dynamischen Tarifen kann für Unternehmen gerade an gewöhnlichen Wochentagen hohe Kosteneinsparungen bedeuten. Aufgrund negativer Strompreise können jedoch Wochenend- und Feiertage zu Ausgaben führen. Mit dem System der Nulleinspeisung und dem Einsatz von EZA-Regler und CEMS lassen sich diese gefährlichen Zeiträume jedoch in Mehrwerte verwandeln. Denn damit wird dank eines erhöhten Eigenverbrauchs nicht nur weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. Gleichzeitig wird auch nur dann Energie entnommen, wenn sie günstig ist oder Unternehmen auf Grundlage negativer Strompreise eine Vergütung für die Entnahme von Energie erhalten. Somit potenziert sich die Einsparung und Unternehmen profitieren langfristig.
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